Geschichte

Telfs zählt zu den „heimlichen“ Krippendörfern Tirols. Zurückzuführen ist dies auf die Franziskaner, die 1701 nach Telfs kamen. Im Jahre 1767 erteilten sie dem Schwazer Barockmaler Christoph Anton Mayr den Auftrag zum Bau einer Kirchenkrippe. Bereits Mitte des 18. Jh. zierten Fresken mit Krippenszenen einige Bauernhäuser.

Unser Krippenverein gehört somit zu den ältesten Krippenvereinen Tirols. Laut Telfer Gemeinde Chronik wurde 1907 der Krippenverein gegründet. 1982 wurde der Krippenverein unter Obmann Robert Heiss reaktiviert und pflegte in Folge überaus gute Kontakte zu Kirche und Gemeinde. So ist es Dekan Msgr. Franz Saurer und der Telfer Pfarre Peter und Paul zu verdanken, dass wir bereits seit 1984 einen eigenen Werkraum zur Verfügung haben.

Seit der Reaktivierung des Krippenvereines werden jährlich Krippenbaukurse und Krippenausstellungen abgehalten. So wurden in den vergangenen 35 Jahren an die 1 000 Krippenberge in den Kursen gebaut. Beim „Krippeleschaug’n“ nach dem Dreikönigstag können ca. 50 Krippen (alte und neue Krippenberge) besucht werden.

In Telfs können inzwischen auch drei Fastenkrippen bewundert werden: in der Pfarrkirche Peter und Paul, in der Franziskanerkirche und in der St. Moritzen-Kirche.

Neben dem Bau von neuen Krippen für die Familien ist ein weiteres Hauptanliegen die Erhaltung alter Krippen. So sind wir besonders stolz darauf, dass uns die Pfarre Peter und Paul die Restaurierung der Kirchenkrippe und des Hl. Grabes übertragen hat. Die 1767 vom Barockmaler Christoph Anton Mayr erstellte Kirchenkrippe wurde nach dem ersten Weltkrieg auf dem Dachboden des Georgenkirchleins gefunden. Nach einer ersten Überarbeitung durch Prof. H. Kluibenschedl wurde sie nach der Reaktivierung des Krippenvereins in den Jahren 1982-1986 vom Restaurator Herbert Szusich aus Innsbruck vollständig restauriert. Die Finanzierung dieser großen Aufgabe lag in den Händen unseres Vereines und konnte mit Hilfe des Landes Tirol, der Marktgemeinde Telfs und vieler freiwilliger Spender bewältigt werden. Die Krippe ist alljährlich in der Pfarrkirche Peter und Paul zu besichtigen und wird seit der Restaurierung vom Krippenverein betreut.

Der Krippenverein ist seit 1984 zusätzlich zur Kirchenkrippe auch für das Heilige Grab verantwortlich. Dieses Grab aus dem dritten Viertel des 18. Jh.s ist ebenfalls von Christoph Anton Mayr ‚vulgo Stockinger‘ und kam 1984 in den Besitz der Pfarre Telfs.

Weitere Höhepunkte in unserem Vereinsleben waren der Bau der Kirchenkrippe in Gschnitz, sowie der Kirchenkrippe von Esch in Luxemburg.
Mit großer Freude und gewissem Stolz haben wir im Jahre 2003 eine Weihnachtskrippe und im Jahre 2005 eine Fastenkrippe gebaut, die – jeweils mit Figuren – der „Tränenkirche“ (Dominus Flevit) am Ölberg in Jerusalem zum Geschenk gemacht werden konnten. Der Transport der Krippenberge wurde durch die Unterstützung des Landes Tirol ermöglicht.

Anlässlich der 100 Jahr-Feier des Telfer Krippenvereines haben wir im Jahr 2009 dem Telfer Franziskanerkloster eine Weihnachtskrippe mit Figuren aus dem Grödnertal übergeben. In der vorösterlichen Zeit findet auch eine Fastenkrippe unseres Vereines ihren Platz in der Franziskanerkirche.

Längst ist aus unserem Verein beinahe ein „Ganzjahresverein“ geworden.
Die jährlichen Krippenbaukurse, die Krippenausstellung, der Adventgang, die Beteiligung unseres Vereines an der Sebastiani- und Fronleichnams-Prozession, die Teilnahme an den Telfer Erlebniswochen für Kinder und Jugendliche, Pilgerreisen ins Heilige Land oder nach Assisi, und verschiedene Ausflüge zum Krippenschauen bereichern immer wieder unser Vereinsleben und festigen die Gemeinschaft.

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